Nach Abschluß der ärztlichen Brustkrebsbehandlung beginnt für viele Frauen eine Zeit der Unsicherheit. Die Sorge vor dem Wiederauftreten der Erkrankung kann für Betroffene belastend sein, und das Ergebnis jeder im Rahmen des Nachsorgeschemas notwendigen Untersuchung wird zumeist mit ängstlicher Spannung erwartet. Die Brustkrebsnachsorge hat die Aufgabe, Patientinnen auch nach Abschluß der medizinischen Behandlung umfassend zu unterstützen. Sie beinhaltet Rehabilitationsmaßnahmen, Nachuntersuchungen und, wenn gewünscht, auch eine psychische Begleitung durch speziell geschulte PsychoonkologInnen.
Nachsorgeuntersuchungen
Ziel der Nachsorgeuntersuchungen ist die möglichst frühe Erkennung eines örtlich begrenzten Wiederauftreten des Krebses und das Auftreten eines neuen bösartigen Tumors in der anderen Brust. Daher ist die Selbstuntersuchung der beider Brüste gerade nach einer Krebsoperation besonders wichtig. Nachsorgetermine dienen aber auch dem Erkennen von möglichen unerwünschten Folgen einer vorausgegangenen Krebsbehandlung. Da das Wiederauftreten der Krebserkrankung in den ersten Jahren nach einer Operation am wahrscheinlichsten ist, wird in dieser Zeit eine besonders engmaschige Kontrolle empfohlen. Die meisten nationalen Krebsgesellschaften in Europa empfehlen folgendes Nachsorgeschema:
Bis zum 3. Jahr nach der Brustkrebsoperation:
- Nachsorgeuntersuchungen alle 3 Monate
- Jährliche Durchführung einer Mammographie
Vom 4. bis zum 5. Jahr nach der Brustkrebsoperation:
- Nachsorgeuntersuchungen alle 6 Monate
- Jährliche Durchführung einer Mammographie
Ab dem 5. Jahr nach der Brustkrebsoperation:
- Jährliche Nachsorgeuntersuchungen
- Jährliche Durchführung einer Mammographie
Jede Nachsorgeuntersuchung läuft nach einem bestimmten Schema ab: Zunächst erkundigt sich der Arzt genau nach dem Befinden und nach möglicherweise neu aufgetretenen Beschwerden. Mammographiebilder und andere eventuell seit der letzten Untersuchung notwendig gewordene Befunde werden begutachtet. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei werden sowohl die betroffene Brust, als auch die nicht erkrankte Brust abgetastet und Lymphknoten im Bereich der Achselhöhlen und der Schlüsselbeine begutachtet. Eine Begutachtung von Skelettsystem, Lunge und Leber schließen die Nachsorgeuntersuchung ab. Bei Auffälligkeiten, oder bei Verdacht auf ein Wiederauftreten der Krebserkrankung werden, weiterführende bildgebende oder labormedizinische Untersuchungen angeordnet.
Was tun beim Auftreten von Beschwerden?
Solange keine neuen Beschwerden aufgetreten sind ist die jährliche Durchführung einer Mammographie, eventuell in Kombination mit einer Brustultraschalluntersuchung, in der Regel völlig ausreichend. Zusätzliche Untersuchungen, wie etwa die Messung von Tumormarkern, sind gewöhnlich nicht notwendig und führen nur zu einer zusätzlichen Verunsicherung von betroffenen Frauen. Die monatliche Brustselbstuntersuchung wird hingegen nachdrücklich empfohlen. Wenn zwischen zwei Nachsorgeterminen Veränderungen im Brustgewebe ertastet werden oder neue unklare Beschwerden an anderen Stellen des Körpers aufgetreten sein, so sollte möglichst bald ein Termin zur weiteren Abklärung vereinbart werden.
Falls es tatsächlich zum Wiederauftreten der Krebserkrankung gekommen ist, werden Nachsorgetermine und notwendige Untersuchungen den individuellen Erfordernissen der Patientin angepasst. Gerade dann wenn sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, wird auch eine weitere Begleitung durch speziell ausgebildete PsychoonkologInnen von vielen Betroffenen als hilfreich und wichtig empfunden. Die psychologische Betreuung kann selbstverständlich bei Bedarf auch Lebenspartner und Familienmitgliedern angeboten werden.
