FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.

Die Medizin hat eine eigene Fachsprache, die es den Ärzten erlaubt Patientenbefunde in einer knappen und präzisen Art zu beschreiben. Diese Fachsprache beinhaltet eine Reihe von Zustandsbeschreibungen die gewöhnlich von Experten weltweit verstanden werden. Dies ist wichtig um unterschiedene Therapien miteinander vergleichen zu können und um sich bei komplizierten Fällen besser untereinander beraten zu können. Im Gespräch mit Patienten muß der Arzt bei der Aufklärung über eine Erkrankung jedoch allgemein verständliche Ausdrücke verwenden. Dies ist jedoch nicht immer ganz leicht und viele der Begriffe können manchmal ziemlich verwirren. Nachfolgend finden Sie daher einige der wichtigsten Ausdrücke und Abkürzungen, die zur Beschreibung des Brustkrebsbefundes in Arztbriefen und Befunden verwendet werden.



Die TNM-Klassifikation: ein Krebs wird beschrieben

Die „TNM-Klassifikation“ ist die weltweit am häufigsten verwendete Klassifizierung (Einteilung) von Tumoren. Sie hilft Ärzten dabei, sich ein Bild von der Ausdehnung eines Brustkrebses zu machen. Der Buchstabe T beschreibt die Ausdehnung des Brustkrebses. Je größer der Tumor, desto höher die Ziffer hinter dem T. Das N steht für „Nodalstatus“ und beschreibt, ob und wenn ja, wie viele Lymphknoten bereits von Tumorzellen befallen sind. Das M steht für „Metastasen“ und gibt an, ob der Tumor bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen des Körpers bilden konnte. Wenn vor dem T ein kleines p steht so bedeutet dies, daß Tumorgröße und Lymphknotenbefall durch den Pathologen festgestellt wurden. Ein kleines y vor dem T bedeutet, daß die Patientin vor der Operation bereits eine medikamentöse Krebstherapie erhalten hat.


T steht für „Tumor"

T0: Kein Brustkrebs nachweisbar.

Tis: Tumorzellen sind noch nicht in umgebendes Bindegewebe eingewachsen

T1: Der Tumor misst weniger als 2 cm in seiner größten Ausdehnung

T2: Der Tumor ist in seiner größten Ausdehnung 2 - 5 gross

T3: Die größte Ausdehnung des Tumors beträgt mehr als 5 cm

T4: Der Tumor ist bereits in Brustwand oder Haut eingewachsen


N steht für „Nodalstatus“ (Lymphknotenbefall)

Nx: Ein möglicher Lymphknotenbefall kann nicht beurteilt werden
N0: Kein Lymphknotenbefall nachweisbar
N1: 1-3 Lymphknoten in der Achselhöhle der gleichen Seite sind befallen
N2: 4-9 Lymphknoten in der Achselhöhle der gleichen Seite sind befallen
N3: Mindestens 10 Lymphknoten sind befallen


M steht für „Metastase“ (Tochtergeschwulst)

Mx: Das Vorhandensein von Tochtergeschwülsten kann nicht beurteilt werden
M0: Keine Tochtergeschwülste in entfernten Organen nachweisbar
M1: Tochtergeschwülste in entfernten Organen sind nachweisbar

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Das Grading: Wie bösartig sind die Tumorzellen

Häufig findet man bei der Beschreibung eines Brustkrebses auch eine Tumoreinteilung nach der so genannten „Grading“ Klassifikation. Das Grading gibt Auskunft über die Bösartigkeit des Tumors und bezieht sich auf den Reifegrad von Tumorzellen. Je bösartiger ein Tumor sich verhält, desto weniger ausgereift sind die Tumorzellen unter dem Mikroskop. Man teilt den Entartungsgrad von Tumorzellen ein in gut ausgereift (G1), mäßig gut ausgereift (G2) und schlecht ausgereift (G3). Je besser ausgereicht Tumorzellen sind, desto „gutmütiger“ verhält sich ein Brustkrebs. Je schlechter ausgereift Tumorzellen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Tumor Tochtergeschwülste in anderen Körperteilen bildet.

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Das Stadium: wie weit ist der der Krebs fortgeschritten

Neben der TNM Klassifikation gibt es eine weitere Möglichkeit die Ausdehnung des Brustkrebses zu beschreiben. Die Einteilung in „Stadien“ ist älter und wesentlich ungenauer als die heute meist verwendete TNM Klassifikation, sie wird jedoch manchmal noch verwendet. Jeder Krebs kann in eines der 4 Stadien eingeteilt werden.


Stadium 0

Kein Brustkrebs nachweisbar


Stadium I

Der Tumor ist auf eine Brust beschränkt und in seiner größten Ausdehnung kleiner als 2 cm


Stadium II

Der Tumor ist entweder zwischen 2 und 5 cm groß weist bereits bewegliche Lymphknotenmetastasen in der Achselhöhle auf, oder aber der Tumor ist größer als 5 cm, Lymphknoten sind aber noch nicht tastbar


Stadium III

Der Tumor ist größer als 5 cm und Lymphknoten sind bereits tastbar,  oder aber der Tumor hat bereits die Brustwand oder die Haut befallen. Auch wenn miteinander verbackene Lymphknoten vorhanden sind und Lymphknoten entlang der inneren Brustarterie vorhanden sind, spricht man vom Stadium III


Stadium IV

Liegt dann vor, wenn Fernmetastasen nachgewiesen wurden

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Östrogen und Progesteronrezeptoren: Ermöglichen antihormonelle Therapie

Etwa 75% aller bösartigen Brusttumoren werden durch weibliche Geschlechtshormone in ihrem Wachstum angeregt. Das bedeutendste dieser Geschlechtshormone wird Östradiol genannt. Es wird bei Frauen vor dem Wechsel in den Eierstöcken gebildet, nach dem Wechsel vor allem im Fettgewebe, bei Frauen mit Brustkrebs auch im Tumorgewebe. Die Unterbrechung der Östrogenzufuhr ist eine sehr wirkungsvolle Methode, Krebszellen an ihrem Wachstum zu hindern. Voraussetzung für eine solche Therapie ist jedoch der Nachweis von Östrogenbindungsstellen, den sogenannten Östrogenrezeptoren, in den Tumorzellen. Nur jene Tumoren, die auch tatsächlich Östrogenrezeptoren besitzen, können profitieren auch von einer antihormonellen Therapie. Ein verwandter Rezeptor ist der Progesteronrezeptor. Auch der Progesteronrezeptor gibt dem Arzt eine Information darüber, ob eine Patientin auf eine solche Therapie ansprechen wird. Es gibt verschiedene Methoden der Bestimmung von Östrogen- und Progesteronrezeptoren. Heute werden die beiden Eiweißmoleküle gewöhnlich durch eine bestimmte Färbemethode im Tumorgewebe nachgewiesen und unter dem Mikroskop begutachtet. Je mehr Östrogenrezeptoren im Tumorgewebe vorhanden sind, desto besser wirkt die antihormonelle Therapie. In den meisten Krebszentren wird die Anzahl von Rezeptoren in 4 Kategorien eingeteilt:


Rezeptorstatus 0           Kein Hormonrezeptor nachweisbar

Rezeptorstatus 1+        Geringe Mengen von Hormonrezeptoren nachweisbar

Rezeptorstatus 2+        Mäßig viele Hormonrezeptoren nachweisbar

Rezeptorstatus 3+        Große Mengen von Hormonrezeptoren nachweisbar

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HER2 Status und Antikörpertherapie

Tumorzellen tragen auf ihrer Oberfläche eine Reihe von Eiweißmolekülen, die für Zellfunktion und geordnetes Wachstum wichtig sind. Manche dieser Moleküle können durch Bindung an ganz bestimmte Wachstumsmoleküle aktiv werden und in der Zelle bestimmte Veränderungen in Gang setzen. Man nennt diese Eiweißmoleküle dann Rezeptoren. HER2 ist ein solcher Rezeptor. Er reguliert Zellwachstum und biologisches Verhalten von Zellen, und kann durch einen neu entwickelten Antikörper gehemmt werden. Der HER2 Rezeptor kann bei der Entstehung und Ausbreitung von Brustkrebs eine große Rolle spielen, dann nämlich wenn Tumorzellen große Mengen von Her-2 auf ihrer Oberfläche aufweisen. Dies ist bei etwa jedem fünften Brustkrebs der Fall und führt zu einem besonders bösartigen biologischen Verhalten. Der HER2 Rezeptor läßt sich mittels einer standardisierten Färbemethode unter dem Mikroskop oder mit Hilfe der so genannten Fluoriszenz In Situ Hybridisierungsmethode (FISH) nachweisen. Wenn große Mengen des Rezeptors an der Oberfläche gefunden werden, dann kann eine Antikörpertherapie mit dem Präparat Herceptin® durchgeführt werden. Herceptin bindet gezielt an den HER2 Rezeptor und führt zu einer Hemmung der Tumorzellteilung, und zu einem Absterben der Krebszellen. Der Antikörper kann in jedem Stadium der Krebserkrankung eingesetzt werden und wird gewöhnlich in Kombination mit einer Chemotherapie verabreicht. Er wird als Infusion über die Vene verabreicht.

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